Du bist es wert geliebt zu werden

Hallo Freund,

eine Familie mit drei kleinen Kindern war glücklich, ein paar Ferientage am Strand verbringen zu können. Sie tummelten sich in den Wellen, bauten Sandburgen, sammelten Muscheln und ließen Drachen steigen.

Die Kinder spielten gerade beim Wasser, als sich ihnen eine alte Frau in zerlumpten Kleidern langsam näherte. Immer wieder bückte sich die Alte, hob laut vor sich hinmurmelnd etwas vom Boden auf, das sie in einen Plastikbeutel steckte.

Besorgt riefen die Eltern die Kinder zu sich und verlangten, dass sie sich von der wunderlichen Frau fernhielten.

Doch die kam nun, immer wieder etwas auflesend, auch auf die Familie zu.

Und während sie sich wieder bückte, um etwas aus dem Sand aufzuheben, lächelte sie die Leute mit ihrem zahnlosen Mund an.

Doch die erwiderten ihren stummen Gruß nicht.

Abends auf dem Zeltplatz erfuhren sie von den Nachbarn, dass die alte Frau eine verarmte Witwe aus dem Dorf sei, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Glasscherben und Trinkdosenverschlüsse aus dem Sand aufzusammeln, damit sich niemand am Fuß verletzte.

Freund, wie geht es dir beim Lesen dieser Geschichte?

Stehen wir nicht alle in der Gefahr, jemanden schnell nach seinem Äußeren zu beurteilen oder gar zu VERurteilen?!

Viele von uns reisen - soweit coronakonform - üblicherweise in den Ferien in andere Länder mit anderen Kulturen und Lebensgewohnheiten. Und wie schnell vergleicht man dann die Sitten vor Ort mit den gewohnten, setzt seine eigenen Maßstäbe und Gepflogenheiten an und resümiert nur allzu selbstverständlich – in unserem Beispiel mit Verachtung – vielleicht aber auch mit Neid - je nachdem, womit wir gegebenenfalls konfrontiert werden und was wir folglich gerade auf unseren persönlichen Prüfstand gestellt haben…

Es ist schon etwas her, dass ich diese Geschichte zum ersten Mal las. Doch ich erinnere mich, wie ich mich damals direkt etliche Jahre zurückversetzt fühlte und "ertappt".

Denn in meinen 20ern hätte das durchaus MEINE Geschichte sein können.

Nur allzu leicht beurteilte ich früher Menschen nach dem Äußeren, auch wenn ich das gar nicht bewusst oder willentlich tat. Nahezu automatisch sortierte ich Menschen in verschiedene Schubladen ein. Teils wertete ich dabei ab oder wertete auf, wenn ich mich von so manchem schönen äußeren Schein (ver)blenden ließ.

Manchmal verglich ich auch meine Lebenssituation mit der augenscheinlich glänzenden Fassade von Dritten und entfachte damit unbemerkt in mir selbst Neid, sinnlosen Schmerz und Unzufriedenheit. Das alles war mir natürlich in dem Moment so nicht bewusst.

Doch gemäß des immer gültigen Gesetzes von Ursache und Wirkung führte dies unweigerlich zu Spannungen und Negativität - primär in mir selbst. Wie dumm das von mir war und wie sehr ich mir durch diese falschen Verhaltensmuster selbst schadete, erkannte ich erst viele Jahre später.

Den Wendepunkt markiert dabei eine tiefe persönliche Lebenskrise im Jahr 2003, für die ich heute gar nicht genug dankbar sein kann, weil sie mein damaliges verdrehtes Gottesbild gründlich auf den Kopf stellte und einen Prozess einleitete, der mich befähigte, Gott tatsächlich ans Steuer meines Lebens(autos) zu lassen und eine wahrhaft lebendige Beziehung zu Jesus zu leben.

Seitdem sehe ich kritische und problematische Situationen konstruktiv mit der Brille dieses weisen Spruches:

"Die unmögliche Art der anderen Person ist eine gute Möglichkeit Gottes, an MIR zu arbeiten." :)

Hast Du vielleicht Menschen in deinem Umfeld, über die du dich so richtig aufregen könntest? Bringt dich eine Person oder Situation immer wieder auf die sprichwörtliche Palme?

Wie wäre es, wenn du – statt dich zu ärgern oder vielleicht sogar wütend zu werden – künftig nach dem Schatz in diesem Drama suchst?

Römer 8,28: „Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten.“

Was heißt das? Nun, das bedeutet, dass - wenn du eine lebendige Beziehung zu Jesus hast - keine Situation an dich heran kommt, die nicht vorher an Gott vorbei gekommen ist.

Woran auch immer du dich dann reibst, es ist ein Geschenk des Himmels. Geschenke KANN man bekanntlich annehmen, MUSS man aber nicht.

Doch wenn du bereit bist, wenigstens anfänglich die OPTION eines Geschenks in Erwägung zu ziehen – dich dafür zu öffnen – dann wirst du vermutlich schon recht schnell staunen, was du unter dem „Funkenflug“ der Reibung an Schatz hebst.

„Wie man Eisen durch Eisen schleift, so schleift ein Mensch den Charakter eines anderen.“ (Sprüche 27,17 – Bibel)

Und ich stellte damals fest, dass Gott das Schleifeisen bei mir an zahlreiche (mir bis dahin verborgene) Charakterkanten setzte, um nach und nach einen funkelnden Diamanten entstehen zu lassen. :)

Und er schleift in seiner unendlichen Liebe noch heute.

Gott sei Dank. Wem denn sonst?!

Wie und aus welchem Blickwinkel ich einen Menschen sehe, hat auch immer etwas mit mir selbst und meiner Einstellung zu tun.

Welche Erwartungen habe ich – beispielsweise an meinen Partner, meine Kollegen, Freunde, Kinder …?

Wenn wir von anderen Menschen erwarten, dass sie uns glücklich machen, haben wir ein Problem, weil wir niemals die dauerhafte Lösung unserer Probleme und die Erfüllung unseres Glücks aus menschlicher Hand erhalten werden. Das geht nicht! Es ist unmöglich, weil wir damit jeden Menschen überfordern würden.

Darum wisse: Die Lösung kommt nicht von Menschen, kommt nicht von EINANDER, wenngleich wir einander dabei (unter)stützen dürfen und können.

„Ich schaue hinauf zu den Bergen – woher kann ich Hilfe erwarten? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! (Psalm 121 - Bibel)

Die Lösung aller Spannungen in deinem Herzen ist allein: Gott – genauer gesagt - die Liebe Gottes. Und die ist bereits in dir, sie ist schon vorhanden - und will - so ähnlich wie ein vorhandener Muskel - nun auch aktiviert werden.

Niemals vor dir und niemals nach dir wird es jemanden geben, wie dich. Du bist in Gottes Augen durch nichts und niemanden zu ersetzen! Du bist etwas ganz Besonderes, einmalig und wertvoll. Das sind pure Fakten.

Gott liebt dich - immer, vorbehaltlos und genauso wie du jetzt bist!

Jeder Mensch wird gleich intensiv von Gott geliebt. Diese Intensität seiner Liebe übersteigt jedes vorstellbare Maß einer zwischenmenschlichen Liebe.

Und dabei ist es gleichgültig, ob du jung oder alt, gesund oder krank bist. Dieser Liebe ist es auch nicht wichtig, ob du nach weltlichen Maßstäben erfolgreich bist oder ob du eine Bruchlandung nach der nächsten in deinem Leben hinlegst. Gott LIEBT dich, und zwar so sehr, als gäbe es auf der ganzen Welt außer dir niemanden, dem er seine Liebe sonst noch zeigen könnte.

In der ganzen Bibel findest du diese Liebe zu dir bestätigt: "Weil DU, Freund, so wertvoll bist und so kostbar in meinen Augen, habe ich dich von Herzen lieb."

Wenn dir diese Einsicht in dein Herz fällt, wird sie ALLES in deinem Leben verändern. Diese Einsicht ist revolutionär!

Denn so unterschiedlich und einmalig wir auch sind, in einem sind wir alle gleich: Wir sind gleich geliebt von Gott. An der kostbarsten und empfindlichsten Stelle unseres Lebens sind wir alle gleich - gleich geliebt.

Wenn du diese Erkenntnis nimmst:

*ich BIN EINMALIG und WERTVOLL und

*ich BIN gleich sehr und intensiv GELIEBT

dann fallen die Hauptgifte, die dich und jedes Miteinander zerstören, direkt heraus: das einander Vergleichen und Beneiden sowie das Verachten.

Und damit schließt sich der Kreis zu unserer heutigen Eingangsgeschichte.

Jeder ist anders, ganz anders als du oder ich, und doch sind wir alle gleich geliebt. Das zu begreifen ist sooo wichtig, denn für dein und mein Leben gilt:

"… die LIEBE ist das Größte" (1.Kor.13,13)

In diesem Sinne wünsche ich dir einen guten und Liebe-vollen Start in diesen Monat September.

Von Herzen deine Anett vom God is good-Team

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