Triff Entscheidungen, sonst entscheiden andere über dich! (1)

Aktualisiert: 15. Aug 2020

Hallo Freund,


was passiert, wenn man einen intelligenten Frosch in einen Topf mit heißem Wasser wirft? Ganz klar: Der merkt sofort, dass es ihm zu ungemütlich ist und entscheidet sich herauszuspringen.


Würde man allerdings denselben Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser setzen und anschließend den Topf auf dem Herd ganz langsam erhitzen, könnte man eine interessante Beobachtung machen: Der Frosch bleibt im Topf – vermutlich merkt er zwar, dass es langsam warm wird, er bleibt aber im Wasser. Es ist fast so, als würde er denken: „Ein bisschen Wärme schadet ja nichts.“ Und bald ist er gekocht. 


Was lehrt uns das? Vieles im Leben entwickelt sich langsam. Doch wenn wir uns nicht ab und zu bewusst reflektieren, ob die Richtung, die wir eingeschlagen haben, tatsächlich die ist, die uns unserem Ziel näherbringt, kann es sein, dass es dafür irgendwann zu spät ist.


Wenn wir morgen früh auf der Waage 40 Kilo mehr wiegen würden, glaubst du, dass wir dann beunruhigt wären? Bestimmt. Aber wenn wir diesen Monat ein Kilo zunehmen und im nächsten Monat eins, dann neigen wir doch dazu, das nicht ganz so dramatisch zu sehen. 


Oder stell dir vor, du wachst morgen früh auf und hast plötzlich 100.000 Euro Schulden. Würde dich das beunruhigen? Sicher. Aber wenn sich die Dinge langsam entwickeln, unnötige 4,90 Euro gestern, 20 Euro morgen, hier und da einen kleinen Kreditvertrag, dann neigen wir dazu, das nicht ernst zu nehmen. 


Die Froschfalle warnt uns, auf Entwicklungen zu achten und auch Kleinigkeiten nicht zu unterschätzen. Denn alles, was wir tun oder lassen bringt uns entweder unserem Ziel näher oder weg davon. 


Es gibt kein „neutral“. Und Kleinigkeiten summieren sich. Eine der größten Gefahren liegt in der Annahme: „Ein bisschen von etwas Schlechtem schadet doch nicht.“


Doch Gleichgültigkeit fungiert auf lange Sicht zum Killer jedes Glücks.


Es scheint momentan keine Rolle zu spielen, ob wir heute einen Apfel oder eine Tafel Schokolade essen; ob wir ein gutes Buch lesen oder ob wir jeden Abend stundenlang vor dem Fernseher abhängen und eine Katastrophenmeldung oder Seifenoper nach der nächsten konsumieren, ob wir 20 Euro ausgeben oder ob wir sie stattdessen sparen oder spenden… 


Aber in zehn Jahren macht es einen Unterschied: Da zeigt sich vermutlich deutlicher, ob du fettleibig, oberflächlich, arm und gefrustet bist oder wahrscheinlich eher gesund, wissend, finanziell stabil und zufrieden.


Verstehe mich bitte richtig: Wenn du dein Ziel fokussiert hast und auf diesem Weg auch ganz bewusst Zeiten und Gelegenheiten reservierst, in denen du Schokolade genießt, dir einen guten Film anschaust oder Geld ausgibst, weil du dir einfach einen bestimmten Herzenswunsch erfüllen willst, dann ist das mega, absolut richtig und gut.


Wofür ich lediglich plädiere ist, nicht aus reiner Gleichgültigkeit, Langeweile oder purer Gewohnheit unbedacht noch länger in falschen Verhaltensmustern zu verharren.


Viele Menschen um uns herum verharren in einer Starre der unbefriedigenden Minimalexistenz. Für die meisten Europäer bedeutet Armut nicht, Hunger zu leiden, sondern einen stumpfsinnigen Alltag zu leben.


Deshalb ist es wichtig, dass wir ganz bewusst von Zeit zu Zeit innehalten und uns fragen: Ist dies das Leben, das ich wirklich will?


Für den, der diese Frage bejahen kann, ist alles super und der Kurs stimmt. Ist die Antwort aber Nein, dann wird es Zeit