Wie Du Größe und Macht entwickelst (2)

Hallo Freund,

ausnahmslos jeder Mensch kommt von Zeit zu Zeit in Krisensituationen. Allerdings gehen die Menschen ganz unterschiedlich damit um.

Während die einen in Krisensituationen unsagbar leiden und festzustecken scheinen, marschieren andere regelrecht souverän hindurch und gehen am Ende sogar noch gestärkt daraus hervor.

Am Beispiel des Auszugs der Israeliten vor ca. 3.500 Jahren haben wir im letzten Brief begonnen, gemeinsam das Geheimnis dahinter zu entblättern.

Wir entdeckten, dass die souveräner agierenden Vertreter den ersten Tipp befolgten:

1.Vermeide Ungeduld, Undank und Meckern.

So kommen wir heute direkt zum zweiten Tipp für deine erfolgreiche Krisenbewältigung:

2. Vermeide falsche Anlaufstellen und destruktive Berater.

D.h., dass du in einer Krise auf keinem Fall wahllos deinen gesamten Bekanntenkreis, Nachbarn, Kollegen abklappern solltest, um dann (mehr oder minder ausgiebig) bei Kaffee, Bier oder Wein jedem zu bekunden, WIE schlimm doch alles ist und was denn nun vielleicht direkt auch noch alles Schlimmes passieren „könnte“.

Ich rede hier nicht von Selbsthilfegruppen, die bei persönlichen Problemen oder nach Schicksalsschlägen gemeinsam Lösungen erarbeiten. Denn in solch konstruktiv agierenden Gruppen wird geteiltes Leid tatsächlich ein Stück weit zu halbem Leid.

Und ich meine auch nicht einen oder mehrere wirklich gute Freunde oder auch eine professionell fungierende Vertrauensperson, der du dich in deiner Not anvertraust, um wertvolle Hinweise oder Lösungsimpulse zu erhalten.

Was ich meine, ist das sogenannte „Gießkannenprinzip“, das ich oft beobachte. Wer nicht bei drei auf dem Baum ist, bekommt die Leidensgeschichte zu hören…einfach nur, damit sie wieder jemandem erzählt wird… In solchen Fällen erwartet der Jammernde meist auch gar nicht wirklich Hilfe. Es geht vielmehr darum, als Leidender im Mittelpunkt zu stehen und durch die Leidensgeschichte Beachtung zu bekommen.

Das ist genau genommen Tratsch und bringt nix außer weiterer Probleme, respektive Schlangenbisse - um im Bild der Israeliten zu bleiben.

Tratschen ist der Türöffner für mindestens ein zusätzliches Problem.

Sprüche 27,17 HfA-Bibel:

Wie man Eisen durch Eisen schleift, so schleift ein Mensch den Charakter eines anderen.“

Deshalb ist es von immenser Bedeutung, mit wem du engeren Kontakt und Beziehung hast, ganz besonders in Wüstenzeiten.

1.Kor 15,33 NGÜ-Bibel:

»Schlechter Umgang verdirbt auch den besten Charakter.«

Wenn du also nichts und niemanden auslässt, um deine Leidensgeschichte zu erzählen, breitet sich das Gift in dir nur noch weiter aus.

Stattdessen solltest du schnellstmöglich professionelle Hilfe aufsuchen, um das Gegenmittel zu erhalten.

Konzentriere dich auf gute Freunde und kompetente Anlaufstellen, denn alleine das macht Sinn.

Stell dir bitte einmal Folgendes vor, Freund:

Du kommst aus dem Urlaub und entdeckst auf deiner Fensterbank einen vertrockneten Blumenstock. Wie reagierst du?

• Gehst du dann erst einmal zu allen Nachbarn, um zu erzählen, was mit deinem Blumenstock passiert ist? Und vielleicht solltest du auch alle deine Arbeitskollegen darüber in Kenntnis setzen?

• Natürlich könntest du auch tagelang mit Familienmitgliedern darüber debattieren, wie übel dein Blumenstock jetzt ausschaut, … ganz zu schweigen von der Vorstellung, wie sich sein Zustand „eventuell“ und „möglicherweise“ noch verschlimmern „könnte“…

• Spielst du dann erst einmal tage- oder wochenlang das Worst-Case-Szenario durch?

Verhältst du dich so? Niemals! Denn das wäre dumm und völlig irrsinnig!

Deshalb läufst du – ohne zu zögern – augenblicklich los und holst umgehend das dringend benötigte Wasser. Sofort rennst du los!

Denn du weißt, dass dies bei dem Problem die schnellste und wirksamste Maßnahme überhaupt ist.

Mach es in DEINEN persönlichen Trockenzeiten genauso selbstverständlich richtig, wie du es bei deinen Pflanzen machst:

• Kontaktiere schnellstmöglich Anlaufstellen, die echte Lösungen parat halten und dich zielführend begleiten und unterstützen.

• Suche dir professionelle Hilfe - einen Coach, Mediziner, Eheberater, Seelsorger oder auch einen wirklich GUTEN Freund, je nachdem, welcher Gestalt dein Problem ist.

• Oder geh am besten direkt zu Gott – denn es ist nun mal ein unwiderlegbarer Fakt (unabhängig davon, ob du das glaubst oder nicht), dass nur Gott dauerhaft funktionierende und allseits tragfähige Lösungen hat.

• Höre deshalb auf, dich erst sinnlose Runden im Kreis zu drehen, indem du „improvisierst“, um „nur bloß nicht Gott mit ins Boot nehmen zu müssen“.

Dürfen darfst du bekanntermaßen alles… Auch von Gott wegsehen. Aber das ist so sinnfrei wie bei deinem vertrockneten Blumenstock erst einmal die Blätter abzustauben, in der Hoffnung, dass er sich davon wieder erholt…

Der falsche Blickwinkel ist einer der häufigsten Fehler, wenn Menschen sich in Krisen befinden.

Und damit bin ich direkt beim dritten Tipp für erfolgreiches Krisenmanagement:

3. Sei dir des Problems bewusst - aber fokussiere nicht das Problem, sondern konzentriere dich auf die Lösung.

Häufig wird in Krisenzeiten der Fokus auf das Problem gelegt währenddessen die Lösung dabei aus dem Blick gerät.

Man nennt das auch den Tunnelblick.

Wie sah der Blickwinkel im Beispiel der Israeliten aus?

Nachdem Gott seine schützende Hand weggezogen hatte und die Israeliten massenweise gebissen wurden, kamen sie wieder einmal reumütig zu Mose und wollten, dass er ihnen hilft.

Mose half und betete zu Gott …

4.Mose 21, 8-9

"... und der Herr antwortete ihm: ´Mach dir eine Schlange aus Bronze und befestige sie am Ende einer Stange. Dann sag den Israeliten: Jeder, der gebissen wird und sie ansieht, bleibt am Leben.´ Mose fertigte eine Schlange aus Bronze an und befestigte sie an einer Stange. Nun musste niemand mehr durch das Gift der Schlangen sterben. Wer gebissen wurde und zu der Schlange schaute, war gerettet.“

Die Heilung bzw die Lösung deines Problems beginnt mit deinem Bekenntnis und mit Umkehr im Gebet. Eher wirst du die Schlangen nicht los - ganz gleich in welcher Form sie dein Leben tangieren:

> ob sie dir als Eheprobleme daherkommen,

> als Sorgen mit den Kindern,

> ob sie dich in Form einer Krankheit beißen,

> als Schuldenklotz an deinem Bein hängen

> oder ob sie ihr Gift unter Mitarbeitern versprühen…

D.h.: Du musst deinen Fokus auf Gott richten, auf das, was er für dich als Lösung bereits vorbereitet hat. Nachlesen kannst du das in der Bibel.

Anders wirst du die Schlangen nicht dauerhaft los.

Vielleicht zweifelst du jetzt und denkst: "Schön wär`s, wenn das so einfach wäre! Du hast ja keine Ahnung, Anett; MEIN Problem ist fundamental, extrem, hartnäckig, riesengroß und erdrückend...! Da kann doch wohl ´alleine´ das Lesen von Gottes Wort und Beten nicht wirklich helfen!?!!"

Nun, SO dachten sicher auch viele Israeliten, als Gott Mose beauftragte, eine bronzene Schlange zu machen. Sie zweifelten.

Die Gebissenen hatten nachweislich ein riesen Problem- sie waren in Lebensgefahr.

Sie mussten nur die bronzene Schlange ansehen. Sie brauchten sonst nichts anderes zu tun. Alles andere war ein barmherziges Geschenk Gottes.

Wenn also jemand die bronzene Schlange ansah, blieb er am Leben. So "einfach" war das nachweislich. Das war das Gegenmittel.

Ich erinnere mich, wie Bayless Conley, ein Pastor aus Kalifornien, einmal erzählte, wie er mit seinem zehnjährigen Sohn an einer Felswand hinaufkletterte. Das letzte Stück war eine Art Felsvorsprung. Bayless kletterte voraus, da die Arme seines Sohnes zu kurz waren, um sich darüber zu ziehen. So fasste er von oben die Hand seines Sohnes, um ihn hinaufzuziehen.

Plötzlich sah der Sohn nach unten. Die Tiefe der Schlucht war gewaltig. Er wimmerte: „Papa, ich habe Angst… Ich kann mich nicht mehr halten…“ Und Bayless spürte, wie sein Griff tatsächlich lockerer wurde. Schreiend wies er seinen Sohn an, sofort zu ihm nach oben zu schauen. Der Junge gehorchte, hielt die Hand seines Vaters wieder fest und konnte so von diesem in Sicherheit nach oben gezogen werden.

Ich glaube, aus dieser Erfahrung können wir eine Menge lernen:

Als der Sohn seinen Blick auf den Abgrund richtete, raubte ihm das Kraft. Das redete er sich nicht nur ein, denn sein Vater bestätigte: sein Griff wurde spürbar lockerer.

Erst als er seinen Blick wieder nach oben zu seinem Vater richtete, war die Hilfe möglich, die ihn ans Ziel brachte.

So funktioniert das auch mit unserem himmlischen Vater: