"Was ist, wenn... ?“ - Stark sein in verzweifelten Situationen (1)

Aktualisiert: Aug 15

Hallo Freund, 


Die Gedanken sind frei.


Vermutlich hast du diesen Satz auch schon gehört oder bereits selbst gesagt. Lange Zeit dachte auch ich, dass dies stimmt, bis mir klar wurde, dass ausgerechnet meine Gedanken oft der Ursprung völlig überflüssiger Probleme waren.


Kennst auch du vielleicht Situationen, in denen du in Gedanken regelrecht hin- und hergerissen bist?


Kennst auch du Momente, in denen es von allen Seiten auf dich einzuprasseln scheint und du das Gefühl hast, überhaupt keinen KLAREN Gedanken mehr fassen zu können?


Kennst auch du Augenblicke, in denen du dir dann nichts mehr sehnst, als einfach nur allein auf der sprichwörtlich einsamen Insel zu landen – weit weg von dem ganzen Tohuwabohu?


Ja?


Dann ist es eine gute Entscheidung von dir, diesen Newsletter zu lesen, weil ich glaube, dass du davon profitieren kannst. 


Freund, kennst du „Was ist, wenn…?“ – Gedanken? 


Was ist, wenn …


• … ich schwer krank werde?

• … meine Ehe zerbricht?

• … meine Kinder auf die schiefe Bahn geraten?

• … das Geld nicht kommt?

• … der Vertrag/ Auftrag platzt?

• … ich versage?

• … ich enttäuscht werde?

• … ich arbeitslos werde?

• … ich abgelehnt werde?

• … mein Traum sich nicht erfüllt? 


„Was ist, wenn…?“ – Gedanken beziehen sich interessanterweise immer auf unsere Zukunft. D.h., wir machen uns Gedanken und Sorgen um etwas, was überhaupt noch nicht da ist und zu 99 Prozent (!) auch NIEMALS eintreffen wird!


Das ist doch nüchtern betrachtet absoluter Bullshit!


Und doch stehen wir alle in der Gefahr, in diese Falle zu tappen. Dann schaffen es solche „Was ist, wenn…?“ – Gedanken sogar, uns regelrecht Angst zu machen.


Warum ist das so? 


Weil WIR diesen Gedanken ERLAUBEN uns Angst zu machen.


„Was ist, wenn…?“ – Gedanken führen uns in Verwirrung und Verzweiflung und gehen meistens Hand in Hand mit dem Satz: „Hätte ich doch nur…“


Ein kleines Erlebnis, welches mich in dem Zusammenhang maßgeblich prägte, will ich an dieser Stelle gerne mit dir teilen.


Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus. Als ich dort einzog, erhielt ich einen ziemlich großen Keller zur Nutzung dazu.


Vor einigen Jahren wollte der Vermieter eine Solaranlage auf dem Dach installieren. Er brauchte meinen Keller für die Technik und bat mich, meinen Keller zu tauschen. Allerdings liefen durch den neuen Keller an der Decke im Bereich des Fensters diverse Heizungsrohre hindurch.


Eines Tages klingelten unangemeldet zwei ausgesprochen freundliche Handwerker und wollten wegen dieser Rohre in den Keller.


Sie sagten noch, sie müssten nur dieses eine Mal hinein, um etwas umzubauen und dann nie wieder - und baten mich um Zugang.


Mir kam das komplett ungelegen, denn ich steckte gerade in den Vorbereitungen zu meinem nächsten Termin und schloss ihnen deshalb nur schnell auf.


Dazu muss ich vielleicht sagen, dass ich diesen Keller komplett zugestellt hatte - mit diversen privaten Utensilien, die man halt so im Keller lagert,  aber auch mit umfangreichem Equipment für den Dienst, weil wir damals noch keine Gemeinderäume hatten.


Wenn man die Kellertür öffnete, sah es zwar auf den ersten Blick nicht nach irgendeinem „System“ aus, nach dem eingeräumt war - aber es war durchaus … ein geordnetes Chaos… So will ich das einmal nennen. ;) 


Tatsache war allerdings, dass es keine Chance gab, irgendwie auch nur in die Nähe des Fensters zu kommen ... dahin wo die Leitungen waren. Dort stand echt ALLES voll… und ohnehin war in dem restlichen Keller auch nur ein sehr schmaler Gang frei geblieben.


Merklich zuckten die Handwerker kurz zusammen, als auch sie offenbar die Brisanz ihrer Lage erfassten. ;) Ich entschuldigte mich, dass ich nicht beim Ausräumen helfen könne, weil ich dann gleich los müsse. Die beiden nahmen das ganz entspannt und meinten nur lachend - mit Blick auf die Weinflaschen: „Kein Problem, genug zu Trinken ist ja da…“ :)


Ich ging zurück in die Wohnung und dachte – das Schlimmste befürchtend: Große Güte - … das kann ja heiter werden; die werden jetzt logischerweise alles herausräumen:


Was ist, wenn

• … die vielleicht Wanddurchbrüche bohren müssen?!


Was ist, wenn

• … danach alles voller Dreck ist?!


Was ist, wenn 

• … die dann alles nur husch-husch wieder irgendwie hineinstopfen … natürlich Privates und Dienstliches komplett durcheinander?!


Diese Gedanken schienen mir absolut naheliegend, logisch und begründet zu sein.

Und ich dachte noch: Hätte ich doch blooooß NIE den Keller getauscht!!


Vor lauter innerer Unruhe war ich völlig abgelenkt und in meiner Arbeit blockiert, sodass ich kaum noch etwas fertig brachte von dem, was ich mir ursprünglich vorgenommen hatte. Mir war regelrecht schlecht und ich war innerlich massivst beunruhigt. 


Nach ca. einer Stunde musste ich los und ich dachte, es wäre eine gute Idee, bei den beiden vorbeizugehen – um mich so mental schon einmal auf die Größe der Katastrophe einstellen zu können.


Doch zu meiner großen Verwunderung waren die zwei schon wieder weg und die Tür ins Schloss gefallen.


Ich nahm meinen Schlüssel und öffnete - auf das Schlimmste gefasst – die Tür.


Ich traute meinen Augen nicht:


• Es war eine mega Ordnung in dem Keller.

• Ich konnte es kaum fassen, denn zum ersten Mal hatte ich einen breiten Gang im Keller und kam rechts und links bequem an alles heran.

• Der Zugang zum Fenster war komplett frei. 


Und sofort kam mir ein weiterer Gedanke: Was ist, wenn die etwas haben mitgehen lassen? Es war plötzlich so viel Platz, da MUSSTE ja etwas fehlen …


Und so traf mich der nächste Schock. Denn ich prüfte das natürlich sofort – nur komisch - alles schien da zu sein, ALLES. Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Wie konnte das sein? Und dann realisierte ich den Ober-Hammer: Es war nahezu alles umgestellt, gleichzeitig aber absolut korrekt separiert und in Privates und Dienstliches sortiert! Unglaublich! Das KONNTE kein Mensch wissen!

Ich war fassungslos!


• Wie nur haben die DAS gemacht?!

• Und dazu noch in der Kürze der Zeit?!


Theoretisch und praktisch unmöglich. Wollten die nicht irgendetwas bauen? Außer meiner neuen Ordnung konnte ich nichts entdecken.


Ich war total geflasht. Und das bin ich noch heute, wenn ich daran denke.


Es ist mir bis heute ein Rätsel und ich werde rückblickend den Eindruck nicht los, dass dies irgendwie Engel gewesen sein müssen.


In der Gebrauchsanleitung für gelingendes Leben steht (Römer 8,28): „Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten.“ Das hatte ich ganz zweifelsfrei gerade - zutiefst beeindruckt - erlebt.


Doch so geflasht wie ich von den beiden Herren war, so erschrocken war ich über mich selbst, als ich erkannte, WIE dumm es von mir war, zu denken, dass die beiden alles durcheinander bringen würden. In den schlimmsten Facetten und in allen Farben hatte ich mir das bereits visualisiert. 


Und gleichzeitig waren meine Dummheit und mein ganz offensichtlicher Fehler überaus wertvoll für mich. Warum? 


Es beweist einmal mehr, dass Fehler und Krisen Chancen sind, weil wir darin ERFAHRUNGEN machen.


Und wenn wir dann aus diesen Erfahrungen lernen und die richtigen Schlüsse ziehen, entpuppen sich diese Fehler als wertvolle Steine auf dem Weg unserer Persönlichkeitsentwicklung.

Dieses Erlebnis damals hat meinen Umgang mit Gedanken komplett revolutioniert. Ich kann mich nicht erinnern, dass seit diesem Tag die „vermeintlich freien Gedanken“ es schafften, mich noch einmal in ein derartiges mentales Pseudo-Chaos zu verstricken.


Denn durch diese Erfahrung habe ich erkannt: Wer seines GLÜCKES Schmied sein will, muss der CHEF über sein Oberstübchen werden.


Wenn du vielleicht denkst, dass ich in der Situation übertrieben reagiert habe, dann gebe ich dir Recht. Ja. Absolut. Das habe ich.


Doch an diesem Verhalten lässt sich sehr gut ein allgemein gültiges Muster veranschaulichen, welches den meisten Problemen und Sorgen zugrunde liegt, die wir im Laufe unseres Lebens haben und bei denen wir nahezu gewohnheitsmäßig übertrieben reagieren:


• Wir werden mit einem Impuls, einem Umstand von außen konfrontiert.

• Darauf reagieren wir intuitiv mit einem Gedanken, welcher die Situation in die eine oder in die andere Richtung INTERPRETIERT.


Die Richtung wird dabei (meist unbewusst) bestimmt von unseren Erfahrungen und dem Grad unserer Persönlichkeitsentwicklung und lässt prinzipiell genau genommen nur zwei Optionen zu: 


1.Option: Ich sehe mich als Opfer dieses Umstandes und des Problems. Das zieht sofort weitere Probleme (zumindest gedanklich) nach sich. 


2.Option: Ich nehme den Umstand als durchaus „überraschend“ und als nicht zwingend angenehm wahr. Gleichzeitig bin ich mir meiner Autorität bewusst (Gewinner-Gen) und übernehme Verantwortung darüber, wie ich jetzt reagiere.


Folglich bin ich zwar momentan herausgefordert, mir aber ebenso meiner Kompetenz bewusst, angemessen zu reagieren. 


D.h., immer dann, wenn wir meinen, ein Problem sei von außen verursacht und deshalb nicht steuerbar, ist genau dieser GEDANKE das eigentliche PROBLEM.


Jedes Mal, wenn wir einen Menschen oder Umstände für unsere Wut, Trauer, Enttäuschung usw. verantwortlich machen, geben wir Macht ab und rutschen in die Opferrolle. Du erinnerst dich? Wem wir die Schuld geben, geben wir die Macht.


Eine nörgelnde, anklagende Haltung bestätigt dann nur unsere EIGENE Schwäche resp. Schwachstelle. Unsere Fähigkeit, positiven Einfluss auf unsere Situation zu nehmen, verkümmert und stirbt oft irgendwann ganz ab.


Da stellt sich doch berechtigt – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des von mir geschilderten Erlebten - die Frage: Wie „vernagelt“ können wir Menschen sein?


Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer.


Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen.


Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig…Vielleicht war er in Eile… Vielleicht hat er die Eile aber auch nur vorgetäuscht, und er hat was gegen mich?


Aber was? Ich habe ihm nichts getan! Der bildet sich da etwas ein!!


Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht!?


Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen?!!


Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben! Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich.


Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er „Guten Tag“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an:


 „Wissen Sie was, behalten Sie doch Ihren Hammer!!!“ (1) 


Vielleicht schmunzelst du jetzt darüber - aber weißt du: Dieses Schema läuft bei uns allen regelmäßig ab, wenn wir es nicht willentlich und bewusst durchbrechen.


Negative Gedanken (genau genommen: die negative Interpretation einer Situation) können wie ein Blitz bei uns einschlagen. Die Bibel nennt das übrigens „feurige Brandpfeile“die uns dann treffen. Und wir fühlen uns dann tatsächlich wie von einem abgefeuerten Pfeil  in unserem Herzen spürbar verwundet und verletzt und lecken nur allzu willig unsere (genau genommen selbst verursachten/ erdachten) Wunden. 


EIN einziger solcher Gedanke genügt, um einen Flächenbrand nach sich zu ziehen.


Allerdings ist das kein Phänomen der Neuzeit. Über Judas, den Jünger, der Jesus später verriet und ans Kreuz lieferte, ist nachzulesen, dass alles mit EINEM einzigen Gedanken begann. (Joh. 13,2 NGÜ)


Kannst du dir vorstellen, Freund, WIE exorbitant wichtig es ist, auf deine Gedanken zu achten? Denn daraus resultieren Gefühle und Werke.


Mark Twain sagte einmal:


„In meinem Leben habe ich unvorstellbar viele Katastrophen erlitten. Die meisten davon sind nie eingetreten.“


Sind also wirklich ALLE Gedanken frei? Ich sage Nein, wenn wir ein wirklich glückliches und erfülltes Leben genießen wollen.


Denn würden wir tatsächlich ALLEN unseren Gedanken freien Lauf lassen, haben einige von ihnen das Potenzial, uns in ziemliche Probleme bringen und uns sogar der glücklichsten Momente unseres Lebens zu berauben. Das wäre doch schade, oder?


Wenn wir dann vielleicht doch einem gedanklichen Irrtum nachgehangen haben, sollten wir wenigstens demütig genug sein, unsere Fehlinterpretation einzugestehen – in erster Instanz vor uns selbst. 


Doch oft bringt uns unsere Dummheit in Probleme und unser Stolz hält uns dann dort auch noch fest.


Probleme mit Ärger, Wut, Neid oder Enttäuschung haben ihren Ursprung in jeweils einem ersten Gedanken, den wir dummerweise frei laufen ließen.


Deshalb ist es wichtig, dass wir wissen und beherzigen:


Achte auf deine Gedanken, sie werden Worte,


achte auf deine Worte, sie werden Handlungen,


achte auf deine Handlungen, sie werden Gewohnheiten,


achte auf deine Gewohnheiten, sie werden dein Charakter,


achte auf deinen Charakter – er bestimmt dein Schicksal (2)


Unsere Gedanken werden früher oder später unser Schicksal/ unser Leben bestimmen, deshalb sollten wir darauf mehr als auf alles andere achten.  (vgl. Spr. 4,23 Hfa)


Der wahre Kampfplatz unseres Lebens ist nicht menschlicher Natur, sondern befindet sich zwischen unseren Ohren. ;)


Deshalb ist es klüger und besser, bewusst die Autorität über die eigenen Gedanken zu ergreifen und gezielt im persönlichen Chefsessel darüber zu entscheiden, welchen Gedanken du freien Lauf lässt (da gibt es durchaus viele, die es wert sind :)) und welche du besser SOFORT kappst, sobald sie dir bewusst werden.


Wenn wir das verstanden haben, öffnen sich Türen zu unserem Glück, die uns sonst verschlossen bleiben.


Denn Tatsache ist: Unsere Gedanken können uns unzählige Male im Laufe eines Tages verwirren und belügen und sie tun es leider auch.  


Deshalb ermutige ich dich, gezielt und damit immer erfolgreicher darauf zu achten, destruktiven Gedanken nicht länger einen Platz an deinem inneren Rednerpult zu gewähren, sondern dieses Privileg der (Rede-) Freiheit wirklich nur den Gedanken vorzubehalten, die dich bei deinen Zielen und Wünschen unterstützen, die dir echte Lösungen anbieten und die dich auf das nächste Level deines Glücks bringen.


Werde der Chef über deine Gedanken, Freund, und damit der Schmied deines Glückes, denn:


Entweder alle deine Gedanken sind frei oder Du bist es.




Liebe Grüße


Deine Anett & Team




Quellenangaben:

(1) P. Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein; https://de.wikipedia.org/wiki/Anleitung_zum_Ungl%C3%BCcklichsein 28.06.2019

(2) Zitate mit Bildern; https://meinpapasagt.de/achte-auf-deine-gedanken-denn-sie-werden-zu-worten/; 28.06.2019

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