Wa(h)re Liebe

Willkommen im Advent, Lucas.

Noch 23 Tage, dann ist Heilig Abend.

Umgangssprachlich wird Weihnachten auch das Fest der Liebe genannt, weil Gott sich in seiner Liebe zu dir und zu mir selbst opferte, indem er seinen Sohn auf die Erde sandte, damit wir für alle Ewigkeit gerettet sind.

Im November-Brief gab ich dir ein Versprechen, das ich hiermit gerne einlöse – nämlich gemeinsam mit dir die echte Liebe heute einmal etwas genauer zu durchleuchten.

Denn wenn ich jetzt von Liebe spreche, dann geht es mir um die wahre Liebe. Sie unterscheidet sich signifikant von dem, was im Allgemeinen vermeintlich unter Liebe verstanden wird, von der "prostituierten Liebe", weil sie ein gegenseitiges Geben und Nehmen unterstellt. Diese ist, genau betrachtet, letztlich käuflich.

Wie meine ich das?

Nun, die meisten Menschen verknüpfen Erwartungen an ihr Gegenüber, wenn sie sagen „Ich liebe dich“. Denn - bewusst oder unbewusst – meinen sie: "Ich liebe dich, ...

  • ... wenn du dies oder jenes tust,

  • ... wenn du dich soundso verhältst,

  • ... wenn du mir dies und das gibst,

  • … wenn du mich dies und jenes tun lässt..."

Diese "Liebe" ist an Bedingungen geknüpft. Und wenngleich sie ziemlich verbreitet ist, ist sie nicht echt. Es ist falsch verstandene Liebe, denn in Wahrheit verbirgt sich dahinter ein Geschäft, weil sie mit Gegenleistungen verbunden ist. Sie fordert vom anderen. Wenn die erwarteten Leistungen ausbleiben oder nicht ausreichend kommen, kriselt es in der Beziehung. Die meisten Ehen und Partnerschaften funktionieren auf diese Art und Weise.

Solch eine "Liebe" hat keinen dauerhaften Bestand. Sie bleibt nicht für immer, sondern ist zeitlich begrenzt. Nichtsdestotrotz halten viele die Fassade, den äußeren Schein einer solchen „Liebe“ lange Zeit aufrecht – z.B. aus Gewohnheit, wirtschaftlichen oder psychischen Abhängigkeiten. Dies kann jedoch ein immenser emotionaler und physischer Kraftakt sein, der erfahrungsgemäß nicht selten irgendwann sein Ventil über die körperliche Ebene findet, um sich „Gehör“ zu verschaffen und dringend notwendige Gesundung einzufordern.

ECHTE Liebe hingegen ist gewaltig und groß. Sie lässt sich durch kein Hindernis aufhalten und kann jeden Widerstand überwinden.

Wer einmal liebt, wirklich liebt, liebt tief im Herzen und das für alle Zeit.

Dabei sind Enttäuschungen inklusive. Diese Erfahrungen gehören dazu. Gleichzeitig wird bei Meinungsverschiedenheiten die Liebe niemals in frage gestellt. Echte Liebe ist nicht aufzuhalten.

Übrigens gilt das nicht nur für zwischenmenschliche Beziehungen von Mann und Frau.

Ein gutes Beispiel für die Bandbreite ist Mose.

"Mose dachte, seine Landsleute würden verstehen, dass es Gottes Plan war, sie durch ihn zu retten, aber sie verstanden es nicht." (Bibel, Apg 7,25; NGÜ )

Obwohl Mose am Hof des Pharaos aufgewachsen war, hatte er seine Abstammung nicht vergessen. Er gehörte zum Volk Israels. Deshalb brannte tief in seinem Herzen diese unbändige Liebe und Sehnsucht nach seiner wahren, seiner ursprünglichen "Familie". Am Hof des Pharaos war er nicht wirklich zu Hause. Das spürte er innerlich.

Von göttlicher Liebe entzündet und motiviert, litt Mose mit seinem Volk, als er erkannte, wie es von den Ägyptern unterdrückt wurde. Als dann einem seiner Brüder vor seinen Augen Unrecht angetan wurde, meinte Mose es gut, als er ihm beistand. Doch dann kam die große Enttäuschung. Denn ausgerechnet die Israeliten erkannten die wahren Hintergründe seines Handelns nicht u